Sie sind hier: Cölln's Geschichte

Vorwort von Holger Urmersbach (Inhaber)

Ein Haus wie Hamburg...

Hier kommt Tradition und Moderne sprichwörtlich auf ihren Geschmack.
Allein der Name verpflichtet, vor über 175 Jahren von dem Hamburger Fischhändler Johann Cölln eröffnet, begleitet das Restaurant die Zeitläufe der Stadt und seiner Menschen bis zum heutigen Tage.
Ihm gelang schon immer die Verbindung einer besonders anspruchsvollen Küche, persönlichem Service und einem stilvollen Ambiente. Kein Wunder, dass Kaiser, Könige, Zaren und Kanzler hier ebenso ein- und ausgingen wie berühmte Unternehmer und weltweit bekannte Künstler.

Die dreizehn im Frühjahr 2007 aufwendig restaurierten Séparées, Saloons und Stuben mit Tischklingeln, Internetanschluss und Ferntelefon versehen, laden sowohl zu vertraulichen geschäftlichen Gesprächen wie auch zu familiären Feierlichkeiten mit besonderem Flair ein. Schauen Sie sich gerne um und informieren Sie sich über unsere Klassiker und die modernen Angebote aus Küche und Keller, unsere ausgesuchten Weine, und unsere Möglichkeiten für Veranstaltungen im besten hanseatischen Rahmen, in Séparées oder größeren Restauranteinheiten (bis 100 Personen).
Und ob edle Zigarre oder eine Pfeife, bei uns entscheiden Sie selbst, ob Sie in einem Raucher- oder Nichtrauchersalon Platz nehmen.


Das Cölln's im Wandel der Zeit

Die Geschichte des Cölln’s begann bereits 1760, als der Hamburger Fischhändler Hinrich Brügmann ein Fischgeschäft und eine Austernhandlung im Souterrain des Hauses Brodschrangen Nr. 1 gründete  – die Ewer legten damals noch unmittelbar hinter dem Haus an.

 

1833 übernahm Johann Cölln das Fischgeschäft und 1837 heiratete er eine Enkelin von Brügmann. Cölln richtete hier im Haus Brodschrangen Nr. 1 ein Restaurant mit drei Etagen ein, die mittels einer noblen Marmortreppe verbunden waren, und gab dem Restaurant seinen Namen. Angeboten wurden ausschließlich Meeresfrüchte und als einziges Fleischgericht ein hohes Filetmittelstück mit blonden Zwiebeln und panierten Bratkartoffeln (das berühmte Cölln’s Filetmittelstück, das auch heute auf der Speisekarte steht!). Das gesamte Restaurant bestand aus vielen kleinen Séparées, die durch Türen miteinander verbunden waren. Hier gab es die erste aufwendig installierte Tischklingelanlage und die erste private Telefonanlage in Hamburg.

1873 verstarb Johann Cölln und die Geschäfte übernahm der Fischhändler und Cöllns erster Prokurist Johann Heinrich Brumm. 1880 erwarb er im russischen Astrachan am Kaspischen Meer Fischereirechte zur Produktion von Beluga Malossol Kaviar, urkundlich verbrieft durch den Zaren Alexander II. Fortan wurde der Kaviar mit Eisenbahnwaggons unter Cöllns Firmenlogo nach Hamburg und Berlin transportiert. Noch heute gibt es in Astrachan zwei unter Denkmalschutz stehende Kaviarschuppen mit der Inschrift „Johann Cölln Hamburg“.

Die Firma Johann Cölln Hamburg wurde zum größten Kaviarlieferanten Europas und belieferte zahlreiche Königshäuser und die berühmtesten Hotels der damaligen Zeit, so dass auf dem Weg nach England 1897 sogar der russische Zar mit seiner Gattin Cölln’s Restaurant einen Besuch abstattete. Bis heute trägt das Séparée Nr. 7, dessen gesamte Inneneinrichtung in Astrachan gefertigt worden ist, den Namen „Russisches Zimmer“.

1898 übergab Johann Heinrich Brumm die Firma an seine Söhne Johann Hinrich, Henry Otto und Adolf Robert. Aus dieser Zeit stammen die 27.500 hochwertigen handbemalten Wand- und Bodenfliesen, gefertigt im Jugendstil durch Villeroy & Boch Keramische Werke aus Mettlach. Sie sind bis heute erhalten, ebenso wie das wertvolle Wandfliesengemälde mit der Darstellung der Elbe und ihres Reichtums an Meeresfrüchten im Foyer des Restaurants.

1904 eröffnete Cölln eine Filiale in der Mittelstraße 59 in Berlin (sie wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört); gleichzeitig entstand eine weitere Filiale in St. Petersburg.

Im Jahre 1905 wurde Cölln zum Hoflieferanten Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Oldenburg sowie zum Hoflieferanten des Großherzogs von Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Stargard ernannt.

1910 gründete die Firma Johann Cölln die „Königlich Preußische Austern Fischerei Pachtungs GmbH“ im schleswig-holsteinischen List auf Sylt, finanziert von den großen privaten Bankhäusern Warburg und Berenberg Gossler. Diese Austernfischerei existiert in List noch heute und aus ihr stammen die berühmten Sylter Royal Austern.

Im Zuge der Russischen Revolution verlor Cölln’s 1917 seine Fischereirechte in Astrachan sowie die St. Petersburger Filiale.

Die Zeit des Ersten Weltkrieges überstand das Restaurant, nur dadurch, dass man hier Tauschgeschäfte betrieb: Die schönsten Weine, Champagner, Brände wurden hier unter dem Ladentisch gegen Kartoffeln, Fisch und Fleisch eingetauscht.

1928 übernahmen Walther Heinrich und Otto Heinrich Brumm die Geschäfte und ließen die alte Tradition wiederaufleben. 1932 tritt als dritter Inhaber Erich Brumm ein. Und die schwierigen Jahre des Zweiten Weltkrieges konnte das Geschäft wieder mal nur durch Tauschgeschäfte überstehen.

Nach der Kapitulation des Dritten Reiches richtete die britische Militärregierung im Cölln’s Restaurant ein Offizierskasino ein und nach dessen Auszug, immer noch unter der Leitung von Erich Brumm - Otto Heinrich und Walther Heinrich hatten den Krieg nicht überlebt -, blühte das Restaurant im deutschen Wirtschaftswunder wieder auf. Alle wichtigen Persönlichkeiten der Nachkriegszeit waren hier zu Gast.

1958 starb Erich Brumm – die Witwen Maria und Christa Brumm übernahmen das Geschäft. 1968 bis 1984 leitete Dirk Michael Brumm die elterlichen Geschäfte weiter. 1984 schieden die letzten Erben der Brumm-Familie aus.

In den Jahren 1984 bis 1986 sind unter der Leitung des Gastronomen Holger Urmersbach aufwendige Restaurierungsarbeiten durchgeführt worden. Holger Urmersbach hat das Restaurant dann bis 1996 erfolgreich unter einem Michelinstern geführt. Mit dem Pächterwechsel 1996 begannen für Cölln’s Restaurant unruhige Zeiten bis zu seiner Schließung im Jahr 2005.





Im April 2007


eröffnete zur großen Freude vieler Hanseaten der frühere Pächter Holger Urmersbach nach einer denkmalgerechten und liebevollen Restaurierung der historischen Räume das Restaurant auf zwei Etagen neu und ist seitdem bemüht, die über ein Jahrhundert alte Tradition für die Hamburger und die internationalen Gäste wiederaufleben zu lassen.

 
Mit seiner einzigartigen Geschichte, dem hochwertigen historischen Ambiente repräsentiert Cölln’s Restaurant heute das letzte Beispiel hanseatischer Speisekultur und Gastlichkeit in Hamburg.